Sauberes Trinkwasser für Uganda

In Afrika konzentriert sich Get Water auf die Umsetzung von Trinkwasserprojekten in Uganda. Mit der lokalen Organisation Get Water Uganda ist es möglich, Gemeinden in abgelegenen Regionen zu helfen. Get Water Uganda (GWU) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich mit Wasser-, Sanitär- und Hygieneprogrammen (WASH) und Klimaschutz in Uganda befasst. 

Der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist ein Menschenrecht und eine entscheidende Determinante in allen Aspekten der sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung. In Uganda haben etwa 30% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 75% keinen Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen (Uganda Water Supply Atlas, Republik Uganda, Ministerium für Wasser und Umwelt, 2017). 75% aller in Uganda verbreiteten Krankheiten sind eine direkte Folge des Mangels an sauberem Wasser und fehlender Hygiene. Die Folge sind bspw. Cholera-Ausbrüche mit der jüngsten Inzidenz im Dezember 2019. Die Hotspots befinden sich an der Westgrenze zur Demokratischen Republik Kongo und an der Ostgrenze zu Kenia (Bwire et al., 20176).

Die Abdeckung mit Latrinen im Sub-County Buhemba liegt bei 53% und die Abdeckung mit Handwaschvorrichtungen bei 19%. Der Zugang zu sauberem Wasser liegt bei 66% und die Hauptwasserquelle ist der Viktoriasee. Die Mehrheit der Haushalte beziehen Wasser von Oberflächenwasser und einige kochen Wasser mit Brennholz auf traditionellen 3-Stein-Kochherden ab. Aufgrund des durchschnittlichen Einkommens von weniger als 1 USD pro Tag ist der Kauf von sauberem Wasser oder die Verwendung anderer Wasserdesinfektionstechnologien für die Menschen selten eine Option.

Unsere Ziele

Ziel des Projektes ist es, 10.000 Haushalte (ca. 50.000 Begünstigte) im Buhemba Sub-County, Distrikt Namayingo zu befähigen, sich durch solare Wasserdesinfektion mit WADI nachhaltig mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und sich durch gezielte Hygienepraktiken vor Krankheiten zu schützen. Die Haushalte werden während der gesamten Projektdauer vom Team von Get Water Uganda besucht und unterstützt. Ziel ist es, Know-how mit den Gemeinden zu teilen und ihre Kapazitäten zum Management von WASH-Maßnahmen auf Haushalts- und Dorfebene auszubauen. Im Rahmen des Projektes werden Schulungen im Bereich der Hygiene, wie bspw. Installation und Anwendung von Handwaschvorrichtungen (Tippy Taps) durchgeführt, um die Ausbreitung von Krankheiten wie bspw. Cholera und Covid-19 zu verhindern. Darüber hinaus zielt das Projekt auf die Stärkung von Frauen als Hauptversorgerinnen von sauberem Trinkwasser ab. Die systematische Änderung der Wasseraufbereitung im Haushalt durch die Einführung von SODIS in Kombination mit WADI als wirksame, kosteneffiziente und umweltfreundliche Methode führt zu einer Verringerung von durch Wasser übertragenen Krankheiten und dadurch zu einer Reduktion der Gesundheitskosten pro Familie. Durch die geringeren Krankheitstage steigt die Zahl der Schulbesuchs- und Arbeitstage. Durch das Ersetzen des Abkochens des Wassers mit Solarer Wasserdesinfektion können pro Haushalt ca. 50 USD an Kosten für Brennholz eingespart werden und leistet weiter einen positiven Beitrag zum Klimaschutz (Verringerung des CO2-Austoßes, Verringerung der Abholzung zum Abkochen von Wasser).

Das Projekt hat positive soziale, ökonomische und ökologische Auswirkungen und unterstützt neben SDG 6.1+6.2 (water+sanitation) folgende weitere SDGs: SDG 1.2 (reduction of poverty), 3.9 (reduce no of deaths and illnesses), 4.7 (ensure education), 5.4+5.5 gender equality & participation, 17.7 Partnership for Global Goal.

Unser Impact:  

  • Die solare Wasserdesinfektion (SODIS) mit WADI wird von den Begünstigten für die tägliche Trinkwasserversorgung genutzt (mindestens 70%; d.s. 7.000 HH nach 18 Monaten)
  • Gemeindemitglieder sind sich der Wichtigkeit von WASH-Maßnahmen bewusst und darin geschult - mindestens 30.000 Menschen nach 12 Monaten.
  • Reduktion von wasserbedingten Krankheiten um 80% nach 18 Monaten
  • Erhöhung der Schulbesuchtstage um 30% nach 18 Monaten
  • Verringerung der medizinischen Kosten/Haushalten nach 18 Monaten
  • Verbesserte sozio-ökonomische Situation für Frauen in der Projektregion nach 18 Monaten im Vergleich zum Baseline-Szenario (Women Empowerment)

 

 

Projektgebiet Afrika, Uganda, Namayingo District

Nachhaltige Entwicklungsziele

Women Empowerment

Haushalte mit niedrigem Einkommen im Namayingo District in Uganda werden die Hauptnutznießer des Projekts sein. Das Projekt wird 10.000 Haushalte (ca.  50.000 Begünstigte) mit sauberem Trinkwasser versorgen. Frauen und Kinder sind die Hauptnutznießer. Die Beschaffung und Desinfektion von Wasser liegen hauptsächlich in der Verantwortung von (jungen) Frauen. Daher stellen Frauen eine spezielle Gruppe innerhalb der Zielgruppe dar und profitieren zusätzlich von der Projektumsetzung, indem wir ihnen eine zeitsparende und sichere Methode zur Wasserdesinfektion zur Verfügung stellen und Frauen als primäre Betreuerinnen und Wissensträgerinnen positionieren (Empowerment). Aus früheren Interventionen ist auch bekannt, dass die Verwendung der solaren Wasserdesinfektion in Schulen den Schulbesuch um 30-40% erhöht und sich somit positiv auf die Bildungsleistung auswirkt.

Im vorgestellten Projekt liegt ein starker Fokus auf Frauen als Hauptverantwortliche für die Wasserversorgung: Frauen werden speziell zur Teilnahme an dem Projekt aufgerufen und nehmen führende Positionen in den geplanten Gruppen (WADI-Benutzergruppen, Recyclinggruppen) ein. Der Standpunkt von Frauen und ihre Bedürfnisse werden im geplanten Konsultationsprozess der lokalen Bevölkerung besonders berücksichtigt, und es werden Maßnahmen ergriffen, um das Bewusstsein für den Beitrag von Frauen zu WASH-Maßnahmen in der Gemeinschaft zu schärfen. Diskussionen über WASH-Maßnahmen (einschließlich Menstruationshygiene, Körperpflege) sind geplant, und der Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Position von Frauen als Know-how-Multiplikatorinnen in der Gemeinde in Bezug auf Wasserdesinfektion und Wassermanagement. Potenzielle Risiken einer Gegenreaktion der Männer in der Gemeinde werden während des Konsultationsprozesses im Plenum erörtert, um die Unterstützung dieser Initiative durch lokale Führungspersönlichkeiten und Gemeindevertreter sicherzustellen.

Folgende Maßnahmen werden im Rahmen des Projektes zur Erreichung des übergeordneten Projektziels (Zugang zu sauberem Trinkwasser für 10.000 Familien) gesetzt:

  • Durchführung eines lokalen Konsultationsprozesses (LSC)
  • Auswahl der Haushalte nach vordefinierten Kriterien
  • Durchführung einer Basisstudie (Wasserquellen, Wassernutzung, Wasserqualität)
  • Verteilung von 10.000 WADI (1 WADI/Haushalt) und Flaschen an die Haushalte
  • Schulung von 10.000 Haushalten in der Anwendung der solaren Wasserdesinfektion (SODIS) mit WADI
  • Schulungen von 10.000 Haushalten im Bereich Hygiene und Errichtung von einfachen Sanitäreinrichtungen (Tippy Taps, Wassertanks)
  • Errichtung von WADI-Benutzer- und Frauen-Gruppen zur Vernetzung und Stärkung der Gemeinschaft
  • Schulungen im Bereich der Müllentsorgung und Abfallwirtschaft
  • Regelmäßige Follow-up-Besuche der Haushalte durch den lokalen Projektpartner, monatliches Projektmonitoring und -berichte
  • Wirkungsmessung (Durchführung von Befragungen anhand eines vordefinierten Fragebogens und Auswertung der Partnerdokumentation).